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Hanf als Baustoff

Geschichte des Hanfs

Hanf wurde in Asien und Indien, bereits vor Jahrtausenden zur Herstellung von Seilen, Papier und Textilien verwendet. Von dort aus verbreitete sich die Pflanze nach Europa und in die USA. Neben Flachs war Hanf die wichtigste Industriepflanze. Doch neben der industriellen Nutzung trat der Gebrauch als Rauschmittel immer weiter in den Vordergrund.

Aufgrund dessen wurde 1911 versucht berauschenden Hanf zu verbieten, doch dies gelang speziell in Deutschland erst 1929. Die Abgabe in Apotheken war jedoch noch immer möglich. Erst 1971, im Zuge der Studentenrevolte, wurde der Verkauf von Hanf in Deutschland vollständig verboten. 1982 folgte das Verbot des Hanfanbaus, wodurch die Verwendung der ältesten Kulturpflanze nicht mehr möglich war. Ausgehend von den USA fand Hanf als Nutzpflanze im selben Jahrzehnt immense Beachtung. Auslöser für diese Entwicklung war das 1985 erschienene Werk „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“. Infolge des Drucks rückte Hanf als Nutzpflanze erneut in den Fokus und der Anbau von Hanfsorten mit einem THC- Gehalt unter 0,3 % wurde in Europa legalisiert.

Auch in der heutigen Zeit wird das Thema Hanf kontrovers betrachtet. Zum einen wird der Besitz und der Handel von Rauschhanf strafrechtlich verfolgt, zum anderen ist der Anbau von Nutzhanf erlaubt. Aufgrund der hohen Nachfrage der Hanffasern für verschiedenste Branchen, werden die Anbauflächen von Hanf zukünftig stark zunehmen.

Eigenschaften von Hanf

Als Industriehanf werden alle Sorten der Gattung Cannabis sativa verwendet. Im Vergleich zu den als Rauschmittel missbrauchten Hanfarten enthält Industriehanf deutlich weniger THC (Tetrahydrocannabinol).

Neben den Fasern werden auch die Samen, Blätter, Blüten und die Schäben des Industriehanfs zur weiteren Verarbeitung genutzt. Aus ihnen entstehen nicht nur Baustoffe, wie Dämmungen und Leichtbauplatten, sondern auch Textilien, Hanföl und Hanfsaft. Damit werden ca. 97% der Hanfpflanze verarbeitet.

Hanf ist extrem reißfest, wasserabweisend und zugleich leicht und bindet zudem sehr viel CO₂. So besitzen Hanfpellets den gleichen Brennwert wie Holzkohle, tragen aber im Gegensatz dazu nicht zum Treibhauseffekt bei. All diese Eigenschaften machen Hanf zu einem beliebten ökologischen Baustoff.

Vorteile von Hanf

  • reißfest
  • diffusionsoffen
  • die Pflanze wächst unwahrscheinlich schnell (4m in 100 Tagen)
  • resistent gegen Schädlinge (benötigt keine Pestizide)
  • nicht geeignet zum Nestbau von Nagetieren
  • 97% der Pflanze können verarbeitet werden
  • bindet mehr CO₂ als unsere Wälder
  • kann nahezu überall angebaut werden
  • Produktion ist energiearm
  • langlebig
  • schwer brennbar (Brandschutzklasse B1)

Hanfprodukte

Hanfdämmung

Die hervorragenden Dämmeigenschaften von Hanfprodukten resultieren aus den feinen Fibrillen der Fasern, welche die Energie von Wärme und Schwingungen aufnimmt, statt sie weiterzuleiten. Dadurch ist Hanf optimal zur Wärme- und Schalldämmung geeignet. Die Liste der hier aufgeführten Produkte ist nicht vollständig, sondern umfasst lediglich einen kleinen Teil der Vielfältigkeit der Produktpalette.

Hanfdämmmatten

Hanfdämmmatten werden zur Wärme- und Schalldämmung der Wände verwendet. Sie können auf, unter oder zwischen den Sparren befestigt werden. Das Produkt lässt sich leicht verarbeiten und besitzt hervorragende Dämmeigenschaften. Neben reinen Hanfdämmungen gibt es auch Dämmstoffe mit Juteanteil, deren Dämmwerte ebenfalls sehr gut sind. Sie werden beispielsweise aus alten Kaffee- oder Kakaosäcken hergestellt und sind damit besonders günstig.

Stopfwolle

Die Stopfwolle besteht zu 100 % aus Hanf und bedarf keiner weiteren Bearbeitung (Zuschnitt oder Vereinzelung der Fasern) oder einem Zusatz von synthetischen Dampfbremsen wie Plastikfolien. Die Dämmwolle wird in den vorbereiteten Dämmbereich ohne Kraftaufwand geklemmt und ist somit auch für Laien leicht zu verarbeiten.

Hanfvlies/ Nadelfilz

Das Hanf-Akustik-Vlies dient der Trittschallminderung und kann bei allen schwimmenden Holz- und Fußbodenkonstruktionen oder als Hohlraumdämmung im Deckenbereich verwendet werden. Die Vliesmatten werden mittels mechanischer Befestigung angebracht und dürfen bei der Verarbeitung nicht überlappen.

Hanf- Kalfaterband

Das Dichtungsband kann zwischen allen kleinen Zwischenräumen angebracht werden, beispielsweise zwischen Türen, Fenstern, Fugen oder zwischen Mauerwerk und Holz. Außerdem kann es als Rohr- und Leitungsabdichtungen genutzt werden. Der Vorteil dieser Dichtung liegt in seiner Elastizität, welche materialbedingte Breitenänderungen der Fugen ausgleicht.

HempFlax Thermo Hanf Stopfwolle
Thermo Hanf Stopfwolle ist eine mit Soda brandschutzimprägnierte Hanffaser in loser Form. Sie wird vorzugsweise als Dämmstoff für Hohlräume, beispielsweise für Fugen an Fenstern und Türen, sowie für Wandanschlüsse eingesetzt.

Inhalt: 10 Kilogramm (5,80 €* / 1 Kilogramm)

Versandfertig in 1 Tag, Lieferzeit 7-10 Tage

58,00 €*
Hanffaser Uckermark Kalfaterband
Kalfaterband ist ein reines Naturprodukt und besteht aus sehr feinen Hanffasern ohne Schäbenanteil. Es eignet sich hervorragend zum Ausstopfen von Ritzen und Spalten. Zudem wird Hanf Kalfaterband zum Ausstopfen von Türzargen und als Alternative zu Kompriband und 'Bauschaum' beim Einbau von Fenstern verwendet.

Versandfertig in 1 Tag, Lieferzeit 1-3 Tage

2,00 €*

Hanf-Lehm Produkte

Hanf und Lehm ergänzen sich mit ihren Eigenschaften wie Diffusionsoffenheit und Langlebigkeit hervorragend. Die Liste der hier aufgeführten Produkte ist nicht vollständig, sondern umfasst lediglich einen kleinen Teil der Vielfältigkeit der Produktpalette.

Hanf-Stampflehm*

Das erdfeuchte Gemisch wird in dafür geeignete Schalungen gefüllt und anschließend verdichtet. Die so entstandene Mauer dient als Wärmedämmung.

Das Arbeiten mit Stampflehm erfordert einige Übung, da die Zugabe von Wasser, die Temperatur (Trocknung) und die Verdichtung der Masse aufeinander abgestimmt werden müssen, um eine tragfähige Mauer zu errichten.

Hanf-Lehm Schallschüttung*

Sie dient der Schall-, Trittschall- und Wärmedämmung und kann unter nahezu jeden Boden gelegt, aber auch als offene Dämmung genutzt werden. Die mit Lehm ummantelten Hanfspäne besitzen eine längliche Form, die eine optimale Verdichtung gewährleistet und das Verrutschen des Materials verhindert. Bei der Verarbeitung der Schüttung ist zu beachten, dass sich die Höhe der Dämmung um insgesamt 5 % verringert. Durch leichtes Stampfen mit einer Holzplatte werden die Späne der verteilten Schüttung verdichtet und bestehende Luftpolster entfernt. Wird anschließend Trockenestrich montiert oder Estrich eingebracht, verringert sich die Höhe der Dämmung das erste Mal. Nach Belastung und Nutzung des Raumes nimmt die Höhe insgesamt 5 % ab. Diese Reduktion der Höhe muss beim Aufbringen der Schüttung beachtet werden, sonst droht ein Absacken des Bodens.

Hanf-Lehm Dämmschüttung*

Das Hanf-Lehm Gemisch wird in den dafür vorgesehenen Hohlraum zwischen Wand und Putzträgersystem gefüllt. Wichtig ist, dass es sich hierbei um ein diffusionsoffenes Trägersystem handelt, beispielsweise Lehmbauplatten und Schilfmatten. Die Schüttung ist ausreichend verdichtet, wenn keine Lücken mehr sichtbar sind. Nach dem Ausfüllen des Hohlraumes wird die Wand abschließend mit einem diffusionsoffenen Kalk– oder Lehmputz verputzt.

Hanf-Lehm Dämmputz*

Der Dämmputz aus Lehm und Hanf dient zum einen der Wärme- und zum anderen der Schalldämmung von Innenwänden. Vor der Verarbeitung müssen alte Farb- und Putzreste entfernt und die eventuell freiliegenden Steine gesäubert werden. Anschließend wir der Putz direkt auf die Klinker-, Ziegel-, Lehmwände oder das Gefache aufgetragen.

Hanf-Lehm Steine*

Wände aus solchen Steinen dienen der Wärme- und Schalldämmung von Außenwänden oder auch Zwischenwänden.

Sie können auch als Ausfachung verwendet werden. Die Steine werden mit Hanf-Mörtel entsprechend dem Maurerhandwerk verarbeitet, um das Entstehen von Wärmebrücken zu vermeiden. Das abschließende Verputzen der Wand sollte nach Innen ebenfalls mit Lehmputz oder anderen diffusionsoffenen Putzen geschehen. Nach Außen sollte die Wand mit einem Kalkputz vor Verwitterung geschützt werden. Zu beachten ist, dass die so entstandene Wand nicht als tragendes Element geeignet ist.

Vergleich Hanfdämmstoff und Polystyroldämmstoff

Hanfdämmstoff Polysteroldämmstoff
Ökobilanz
  • wächst überall
  • benötigt keine Pestizide
  • benötigt kaum Dünger
  • bindet CO₂
  • geringer Energiebedarf bei der Produktion
  • kein Sondermüll
  • 97 % der Pflanze verwendbar
  • Herstellung aus Erdöl
  • aufwändige, energieintensive Produktion
  • Versatz mit toxischen, schwer abbaubaren Brandschutzmitteln (Hexabromcyclododecan seit 2015 verboten, Polybromierte Diphenylether)
  • benötigt Armierung/Putz mit Fungi- und Algiziden, die ins Grundwasser gelangen
Preis
  • keine Entsorgungskosten
  • günstig in der Anschaffung
  • Sondermüllkosten
  • günstig in der Anschaffung (staatlich subventioniert)
Dämmung
  • sehr gute Wärme- und Kältdämmung
  • sehr gute Kältdämmung, verhindert Diffusion – fördert Schimmelbildung
Raumklima
  • diffusionsoffen
  • erhält Raumtemperatur
  • fördert Kondensation von Feuchtigkeit (Schimmelbildung)
  • leitet Wärme ab
Verarbeitung
  • einfach
  • gesundheitlich unbedenklich
  • einfach
  • entstehende Kleinstpartikel belasten die Lunge
Brennbarkeit
  • schwer brennbar
  • trotz Brandschutzmittel leicht brennbar
Haltbarkeit
  • ohne Bauschäden 150–200 Jahre
  • unbegrenzt – belastet die Umwelt

*Diese Produkte sind aktuell nicht in unserem Online-Shop www.naturanum.de erhältlich, können aber im Laden Jena Maua oder in Absprache unter 03641-7863000 bestellt werden.